BURGRUINE FALKENSTEIN: KÖNIG LUDWIGS LUFTSCHLOSS

Ein romantischer Nachtspaziergang bei Pfronten im Allgäu. Die Wanderung beginnt an der Schlossanger Alp unterhalb der Burgruine Falkenstein, der höchstgelegenen Deutschlands:

Von dort aus hat man die Möglichkeit, eine Rundwanderung über die Ruine und die Mariengrotte zu machen, oder einfach nur zur Ruine Falkenstein hochzulaufen und wieder zurück. Kulturführerin Erih Gößler empfiehlt zuerst einen Abstecher zur Mariengrotte. Die Geschichte der Felsengrotte geht auf Ereignisse im späten 19. Jahrhundert zurück. Damals schilderte eine Frau aus Pfronten dem Pfarrer Josef Anton Stach ihren Traum von einer Grotte am Falkenstein. Schliesslich machten sich die Bürger auf, den Wahrheitsgehalt des Traums zu überprüfen. Bei ihren Erkundungen stießen sie auf die Grotte, die zu der Zeit Schafen als Schutz diente. 1889 wurde die Grotte als Lourdes-Grotte eingerichtet. Vom Wanderweg führt eine Steintreppe hinauf zur überlebensgroßen Marienstatue.
Die Mariengrotte auf dem Falkenstein.
In den darunter angelegten Blumenbeeten blühen im Sommer Begonien, Geranien und Lobelien. Auch hier laden Bänke zum Verweilen ein. Bis zum Burghotel Falkenstein (Foto oben) ist es dann ein kurzer Aufstieg. Der Bau des traumhaft gelegenen Hotels ersetzte 1896 die drei Jahre zuvor errichtete Jausenstation. Von der erst 1993 angebauten Panoramaterrasse des Hotels reicht der nächtliche Panorama-Blick nach Osten über das Vilstal bis zum Schloss Neuschwanstein. Hier stand zu Lebzeiten Ludwigs II. eine Burgruine. Graf Meinhard II. von Tirol hatte die Burg erbaut, welche im 30jährigen Kriege niedergebrannt wurde. 1883 fasste König Ludwig den Entschluss, die Burgruine durch ein Schloss umzubauen, das noch größer und schöner als Neuschwanstein werden sollte. Ein Jahr später wurde die Ruine Falkenstein angekauft und durch einen neuen Weg erschlossen. Das Schloß Falkenstein konnte durch den Tod des Königs im Juni 1886 dann nicht mehr realisiert werden.
Burgruine Falkenstein: Luftschloss von König Ludwig II.
Durch ihre Lage auf einem 1.277 m hohen Felskopf östlich des Manzenbergs überragt sie alle anderen deutschen Burgen. Anfangs trug sie noch den Namen »Castrum Phronten«, schon bald aber war sie als Burg Falkenstein bekannt. Graf Meinhard II. von Tirol reagierte damit auf das Treiben der bayerischen Herzöge, die sich des ihm zustehenden Erbes des Stauferkönigs Konradin V. zu bemächtigen versuchten. Die Festung diente damals als Drohgebärde gegen das Herzogtum Bayern. Strategisch gesehen war die Burg Falkenstein jedoch ohne Bedeutung. Zum einen waren die Verkehrswege zu weit weg, als dass man sie von der Burg aus kontrollieren konnte, zum anderen erwies sich die Wasser-Versorgung als schwierig.
Nächtliche Wanderung zur Burgruine Falkenstein.
Der Vorentwurf des geplanten Neubaus von Burg Falkenstein geht auf den Bühnenmaler Christian Jank zurück, der auch den ersten Entwurf zu Neuschwanstein lieferte. Allein die Dimensionen seiner Planung sprengten jeden Rahmen. Um den Entwurf umzusetzen, hätte der Felskopf ein Vielfaches an Platz bieten müssen. Auch wäre der Bau architektonisch nicht realisierbar gewesen. Aber Ludwig II. wollte seinen romantischen Traum unbedingt umsetzen.
 
Hoch über Pfronten, unterhalb des Falkensteins liegt die „Schlossanger Alp“, der Ausgangspunkt der nächtlichen Burgruinen-Wanderung. Der Urgroßvater der jetzigen Chefin hatte damals eine Hütte mit einer kleinen Landwirtschaft gekauft, aber mit viel Grund und Platz für die Kühe. In den 60er Jahren wurde dann die Landwirtschaft aufgegeben und sukzessive hat sich ein moderner Gastbetrieb plus Berghotel entwickelt. Heute, in der 4.Generation, ist die „Schlossanger Alp“ ein exquisites Haus mit individuell gestalteten Zimmern und einem modernen Wellness-Bereich. Es lebt von der Gastfreundlichkeit und Persönlichkeit der Eheleute Schlachter-Ebert.
Hausherr in der Schlossanger Alp: Bernd Schlachter-Ebert.
Fotos – Text: Klaus Feldkeller
Die Einladung zu dieser Medien-Reise erfolgte durch den Tourismusverband Ostallgäu

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