COTECHINO UND ZAMPONE: AUTHENTISCHE FLEISCHPRODUKTE AUS MODENA

Mit Cotechino und Zampone dürften selbst eingefleischten Foodies nicht unbedingt italienische Fleisch-Spezialitäten verbinden. Was verbirgt sich hinter diesen Kreationen?

Paolo Ferrari (Foto oben) ist Chef bei salumiferrari und Präsident des Consorzio, das über die Einhaltung der Produktionsregeln von Cotechino und Zampone in Modena wacht. Zampone (italienisch „großer Fuß“) ist ein gefüllter Schweinsfuß. Er wird gekocht und in Scheiben geschnitten zu Beilagen wie Kartoffelpürree sowie weißen Bohnen oder Linsen serviert. Er wird in großen Teilen Italiens zu Silvester gegessen.
Die Grundzutaten für Cotechino
Cotechino (von italienisch cotenna, „Schwarte“) ist eine kräftig gewürzte, italienische Rohwurst aus Schweinefleisch. Zur Herstellung werden Schweinenacken, Schweinskopf, mageres Schweinefleisch und Schwarte mittelfein gehackt, mit Salz und Pfefferkörnern gewürzt, in Schweinedärme gefüllt und im Holzofen getrocknet sowie zugleich leicht gegart. Zum Verzehr wird der leicht verderbliche Cotechino gekocht. Dazu wird er rundherum eingestochen und etwa zwei bis drei Stunden bei milder Hitze in Wasser garziehen gelassen. Cotechino ist Bestandteil des Bollito misto. Wie der Zampone wird er in Italien insbesondere zur Jahreswende mit Linsen und Kartoffelpüree oder Polenta gegessen.
Die Herstellung der italienischen Spezialitäten Cotechino und Zampone findet immer noch zum größten Teil per Hand statt.
Die Geschichte des Cotechino reicht bis in die Antike. Die Legende erzählt, dass der Cotechino zu Anfang des 16. Jahrhunderts von den Bürgern des Hofs der Pico aus Mirandola erfunden wurde, um das Schweinefleisch, während der langen Belagerung der Stadt durch die Truppen von Papst Julius II., haltbar zu machen. Beim Cotechino handelt es sich um eine typische Rohwurst aus Modena, die aus einem Teig aus fettarmen Fleisch, Fett und Schweineschwarte zubereitet und mit Salz, Pfeffer, Gewürzen und je nach Rezept, manchmal mit etwas Wein verfeinert und in einem Naturdarm gefüllt wird. Serviert wird der Cotechino auf Linsen, welche in Italien als Glücksbringer gelten; so entsteht ein authentisches italienisches Weihnachtsgericht

Rezept für Cotechino – hier mit Spinat und Kartoffelpüree.

Der Autor ist im Rahmen eines EU-Projektes  eingeladen worden.
Text: Fotos: Klaus Feldkeller

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