DER 24. OKTOBER IST MORTADELLA-TAG

Mortadella ist untrennbar mit der Metropole der Emilia-Romagna verbunden. Geadelt worden ist die Brühwurst nun mit einer sehenswerten Dauerausstellung im Herzen von Bologna:

Ein Teil des historischen Museums von Bologna im zentral gelegenen Palazzo Pepoli erstrahlt heute in Rosa. Am Donnerstag, 24. Oktober, wurde zum 358. Jahrestag des Edikts von Kardinal Farnese hinsichtlich der Produktionsregeln für die Mortadella ein Museumssaal eingeweiht, der der rosafarbenen Königin der Wurstwaren gewidmet ist und die dortige Dauerausstellung beherbergt. Dieser neue, der Mortadella Bologna IGP gewidmete Museumsbereich ermöglicht einen Einblick in die historischen Wurzeln und die handwerkliche Kunst der Herstellung dieser weltbekannten Wurst. Ausgestellt sind 15 Werke, die von den etruskischen und alten römischen Zusammenhängen erzählen. Eine abenteuerliche und interaktive Tour, die Kunst, Kultur und historische Zeugnisse kombiniert, darunter auch das berühmte Edikt des Kardinals Farnese aus dem Jahr 1661 mit strengen Regeln zur Mortadella-Produktion.
Informationen in Rosa: Im Palazzo Pepoli in Bologna ist eine Dauer-Ausstellung der Mortadella gewidmet.
Zur Museums-Eröffnung war Prominenz aus Kultur und Politik vertreten. Die Wurst rühmt sich einer traditionsreichen Geschichte: Vor gut 2000 Jahren war sie Hauptnahrungsmittel der römischen Legionäre, so heißt es auf Steintafeln im Museo Civico Archeologico in Bologna. Im Mittelalter hat ungefähr ein Viertel der Einwohner Bolognas in Mortadella gemacht: In rund 280 salumerie, den speziellen Wurstgeschäften, arbeiteten damals 10.000 Menschen im Dienst der perfekten Fleischwurst. Und auch im Ausland hat sich Mortadella im Lauf der Zeit größter Beliebtheit erfreut: Napoleon brachte die Spezialität nach Frankreich, Buffalo Bill reiste extra aus den USA an, um Mortadella bekannter zu machen. Und in La Mortadella (1971) versuchte Sophia Loren filmisch (Foto oben) eine Mortadella am amerikanischen Zoll vorbeizuschmuggeln.
Mortadella kommt in Italien auch zusammen mit herzhafter Salami auf den Tisch.
Die Emilia-Romagna ist die Heimat dieser Brühwurstsorte, deren Hauptstadt Bologna ist. In der historischen Hauptstadt geht es kulinarisch sehr deftig zu. Mortadella aus dieser Region wird aus feinem Schweinefleisch hergestellt. Gewürzt wird die Wurst mit Salz, Pfeffer und ein wenig Zucker. Deutlich zu erkennen sind auch die feinen Würfel aus fettem Speck. Die Wurst wird bei durchschnittlich 90 °C gegart und in Kunst-oder Naturdärmen abgefüllt.
Hochrangige Gäste aus Politik, Kultur und Showbiz kamen zum Festtag nach Bologna.
Nach klassischem Rezept wird zur Herstellung ausschließlich feines Schweinefleisch von der Hüfte und der Schulter verwendet. Dieses wird sehr fein geschnitten, wodurch die Wurst ihr rosafarbenes Aussehen bekommt. Zum Würzen werden neben Salz, Pfeffer und Zucker bei einigen Varianten auch Pistazien oder weitere Gewürze verwendet. Wird die Wurst aus anderen Fleischsorten wie Rindfleisch oder Lamm hergestellt, muss sie dem entsprechend gekennzeichnet werden. Mortadella hat eine sehr lange Geschichte, denn die Wurst war bereits bei den Römern bekannt. In der Römerzeit wurde das Fleisch für die Wurstzubereitung in einem Mörser zerkleinert und mit Myrtenbeeren gewürzt. Just diese Beeren haben der Wurst einst ihren Namen verliehen – Myrtatella. So wurde im Laufe der Zeit aus der Myrtatella die heute bekannte Mortadella.
Prominenter Besuch beim „Mortadella Day“: Die in Italien bekannte Schaupielerin Anna Falchi.
Text: Fotos: Klaus Feldkeller
Der Autor ist im Rahmen eines EU-Projektes  eingeladen worden.

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