LICHT IN HISTORISCHER FORM: GLASMUSEUM WERTHEIM

Glasbläser Frank Krause bei der Arbeit. Ein Besuch im Glasmuseum Wertheim:

Ziel des „Glasmuseum Wertheim e. V.“, dem einzigen in Baden-Württemberg, gelegen an der Mündung der Tauber in den Main, ist es, die Vielfältigkeit des Werkstoffes Glas, seine Herstellung, Verarbeitung, Verwendung zu vermitteln und begreifbar darzustellen; außerdem durch Wechselausstellungen ein Forum für Glas, Forschung, Technik und Kunst zu bieten. Ein besonderes Highlight im Glasmuseum ist der Museumsglasbläser. Täglich führt er an der bis zu 1600 Grad heißen Flamme vor, wie aus Glasröhren eine Glaskugel entsteht oder der Fuß eines Kelchglases aufgeschleudert wird. Aus Glasstäben schmilzt, zieht und formt beispielsweise Frank Krause kleine Comic-Figuren oder lädt die Besucher ein, selbst eine Glaskugel zu blasen. Die Entwicklung der römischen Trinkschale bis zum heutigen Weinglas kann man bei einer Führung mit oder ohne fränkische Weinprobe anschaulich nachvollziehen.
Einblick in die historisches Glasfabrikation.
Bei „A“ wie „Aegyptisches Glas“ fängt alles an, im Glasmuseum wie auch mit der über 3000jährigen Geschichte des Glases. Wie in einem begehbaren Glaslexikon durchschreiten die Besucher im „Großen Haus“ auf zwei Stockwerken den Werk(t)stoff Glas von A wie Ägyptisches Glas und Alchimistengläser über L wie Laborglas aus Wertheim bis Z wie Zeiss-Linse oder Zähne aus Glas. Altes wie kleine kerngeformte Luxussalbgefäße aus dem 6. – 4. Jh. v. Chr. steht neben Neuem wie Ampullen aus Wertheim – dem heute zweit wichtigstem Zentrum der deutschen Laborglasindustrie (nach Mainz) mit 2.300 Beschäftigten in 25 Glasbetrieben. Die kontrastreichen Glasbeispiele des Glas-ABC lassen so dem Besucher auf anschauliche Weise die Fortschritte in der Glastechnologie und die Rolle des Glases als wichtigen Werkstoff der Industrie erkennen.
Glasschmuck aus alten Zeiten.
Die zum Teil minutiös ausgearbeiteten Motive und Einschlüsse sind wahre Meisterwerke der Glasmacherkunst und eine wertvolle Bereicherung rund um den Werkstoff Glas. Eine Etage zeigt das „Glasperlenkabinett“ mit der Sammlung der Mainzer Wissenschaftlerin Thea Elisabeth Haevernick (1899 – 1982) die lange Geschichte der ersten Objekte aus Glas: Perlen als Edelsteinersatz, Handelsobjekt, Gebetsperlen, als Modeschmuck und vieles mehr.
Programm des Glasmuseums Wertheim.
Was die Menschheit heute ohne Glas wäre, beantworten die Erfindungen der 13 Wissenschaftler im „Wissenschaftlichem Glas“-Kabinett. Denn Brille, Mikroskop, Panzerglas, Glühlampe und vieles mehr hat unseren Alltag und unsere Lebensqualität entscheidend verändert. 30 Spiel- und Lernstationen wie Flaschenteufel, Murmelwand, Flohmikroskop, Temperamentsmesser oder Liebesbarometer laden alle Generationen ein, die Rolle des Glases in Alltag, Wissenschaft und Technik zu erfahren.
Fotos – Text: Klaus Feldkeller
Die Einladung zu dieser Medien-Reise erfolgte durch den Tourismusverband Liebliches Taubertal

 

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