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NOWAWESER WEBERSTUBE: LEBENDIGES DOKUMENT HISTORISCHER ARBEITSKULTUR

Die Nowaweser Weberstube in Potsdam-Babelsberg: Guide und Vorstandsmitglied Andreas Huxol vermittelt einen Blick hinter die Kulissen des Vereins: Historische Dokumente aus Babelsberg im Weberstube-Museum. Die Nowaweser Weberstube befindet sich im Herzen von Babelsberg. Das Weberhaus wurde im Jahre 1752 auf Geheiß Friedrichs des Großen gebaut. Es ist eines der 125 Häuser der damaligen ”Colonie Nowawes“. In dieser lebten 1755 etwa 230 böhmische Zuwanderer, die aus religiösen Gründen ihre Heimat verlassen hatten. Weitere circa 450 Zuwanderer der Kolonie kamen vor allem aus Preußen, Sachsen, der Schweiz und Württemberg. Gut erhaltenes Exemplar eines historischen Webstuhls. Die zwei kleinen Räume des Museums erzählen den Besuchern von der über 100 Jahre alten Geschichte der Dörfer Nowawes und Neuendorf, von dem entbehrungsreichen Leben der Weber und Spinner und vom Aufblühen der Orte zum größten Industriestandort im Landkreis Teltow. Der vordere Raum lässt erahnen, wie bescheiden die ersten Bewohner des Hauses gelebt haben. Ein großer Webstuhl erfüllt den Raum, Spinn- und Spulrad, Schiffchen und Spulen dokumentieren die Arbeitsmittel.Weberkirche und Weberplatz sind Orte der religiösen und festlichen Zusammenkunft in Babelsberg. Foto: PMS. Romantische Weberhäuschen und Straßennamen wie Tuchmacher-, Garn- und Spindelstraße erinnern an die alte Weberkolonie Nowawes, die auf Wunsch Friedrich II. seit 1750 im heutigen Babelsberg entstand. Hier siedelten sich wie bereits erwähnt böhmische Protestanten an, denen Religions- und Steuerfreiheit zugesichert wurden. Mittelpunkt der Siedlung war der Weberplatz mit der Friedrichskirche. Das Gotteshaus wurde 1752/53 nach Plänen von Johann Boumann, dem Erbauer des Holländischen Viertels, errichtet. Der Weberplatz und die angrenzenden Straßen waren einst mit Maulbeerbäumen für die Seidenraupenzucht bepflanzt. Heute findet hier am Wochenende ein Floh- und Bauernmarkt statt.Das heutige Babelsberg entstand aus den Bauerndörfern Neuendorf und Klein Glienicke. Es wuchs mit der 1750 von Friedrich II. gegründeten Weber-und Spinnerkolonie Nowawes. Die Nowaweser Weberstube in der Karl-Liebknecht-Straße 23 zeigt Dokumente zu Arbeit und Leben der Weber und zur Entwicklung des gesamten Stadtteils bis 1930. Der Name „Nowa ves“ bedeutet übrigens soviel wie „Neues Dorf“. An die böhmischen Traditionen des Quartiers erinnern jedes Jahr im Juni das Böhmische Weberfest und am 1. Advent der Böhmische Weihnachtsmarkt. Noweser Weberstube

Foto: – Text: Klaus Feldkeller – LESEN SIE AUCH: EIN MYTHOS: DIE HISTORISCHE MÜHLE POTSDAM Die Einladung zu dieser Medien-Reise erfolgte durch Potsdam – Marketing und Servic.