WO TOURISTEN DRAUFZAHLEN

Besonders in italienischen und griechischen Städten zahlen Reisende deutlich mehr als die Einwohner. Diese mediterranen Reiseziele belegen die Hälfte der ersten zehn Plätze der Städte, in denen Touristen am stärksten überbezahlen.

Selbst im vergleichsweise günstigen Sevilla müssen Besucher mit rund 100 Euro Mehrkosten pro Tag rechnen.Insgesamt besuchen jedes Jahr über 750 Millionen Touristen Europa – doch die meisten wissen nicht, dass sie für denselben täglichen Lebensstandard ein Vielfaches mehr bezahlen als die lokale Bevölkerung.

Eine aktuelle Analyse der Ferienwohnungsplattform Deluxe Holiday Homes hat die Lebenshaltungskosten in Europas wichtigsten Reisezielen verglichen, um herauszufinden, wo Urlauber am meisten draufzahlen.

Die Studie untersuchte die täglichen Ausgaben von Touristen – darunter Unterkunft, Essen, Transport und Freizeit – und verglich sie mit den durchschnittlichen Lebenshaltungskosten der Einheimischen, die auf monatlichen Mieten und Konsumausgaben basieren.

Die Städte wurden danach gereiht, wie viel Prozent mehr Touristen im Vergleich zu Einwohnern ausgeben.Venedig führt die Liste der teuersten Reiseziele Europas an. Besucher zahlen hier im Schnitt 276 Euro pro Tag, während Einheimische mit 58 Euro auskommen.

Damit geben Touristen fast das Fünffache für Unterkunft, Essen und Sehenswürdigkeiten aus. Bei einer Woche Aufenthalt summiert sich der Unterschied auf über 1.500 Euro zusätzliche Ausgaben.Auf Platz zwei liegt Heraklion auf Kreta. Urlauber geben hier durchschnittlich 195 Euro pro Tag aus – rund 4,5-mal so viel wie die Einwohner. Saisonale Preisspitzen bei Hotels und Restaurants sorgen dafür, dass Touristen täglich etwa 150 Euro mehr ausgeben müssen.Den dritten Platz belegt Istanbul: Touristen zahlen dort rund 153 Euro pro Tag, während Einheimische mit etwa 43 Euro auskommen.

Wer in der Altstadt wohnt oder in den Restaurants rund um Sultanahmet isst, gibt etwa 110 Euro täglich mehr aus. Eine Woche Aufenthalt kostet dadurch rund 770 Euro zusätzlich im Vergleich zu den lokalen Ausgaben.Auf Rang vier liegt Paris. Reisende zahlen dort im Schnitt 265 Euro täglich, während Einheimische etwa 76 Euro benötigen.

Cafés und Hotels in der Nähe bekannter Sehenswürdigkeiten verlangen Preise, die sich an internationalen Gästen orientieren, was zu gut 250 Prozent Mehrkosten führt – rund 189 Euro pro Tag. Auch Athen hat es in die Top Ten geschafft. Während Einheimische täglich nur rund 47 Euro benötigen, liegen die touristischen Tagesausgaben bei 154 Euro – also dem Dreifachen.Rom folgt als sechstes auf der Liste.

Touristen kalkulieren hier mit über 200 Euro täglichen Kosten, während Römer im Schnitt 64 Euro benötigen. Besucher, die sich nach Reiseführern richten, zahlen also etwa das Dreifache der Einheimischen.

Sevilla gilt zwar als günstigeres Ziel, doch auch hier ist der Abstand deutlich: Rund 150 Euro pro Tag geben Touristen aus – mehr als das Dreifache der 47 Euro, die Einheimische benötigen. Bei einem einwöchigen Aufenthalt summiert sich dies auf etwa 700 Euro Mehrkosten.

Porto liegt auf Platz acht. Besucher geben dort im Schnitt 160 Euro pro Tag aus – fast 200 Prozent mehr als die 54 Euro täglicher Lebenshaltungskosten der Einheimischen. Rund 106 Euro Differenz zeigen, wie schnell Touristen zu viel zahlen, wenn sie nicht wissen, wo die Einheimischen essen oder einkaufen. Florenz nimmt Platz neun ein.

Während Einheimische mit 60 Euro pro Tag auskommen, kalkulieren Touristen mit 180 Euro. Das bedeutet fast 190 Prozent Mehrkosten – konkret etwa 120 Euro pro Tag.Den zehnten Platz belegt Barcelona.

Die Stadt ist auch für ihre teuren Lebenshaltungskosten bekannt: Einheimische geben im Durchschnitt 68 Euro am Tag aus, während Besucher rund 185 Euro einplanen müssen – das 2,7-Fache.„Eine gute Planung macht beim Reisepreis einen echten Unterschied“, erklärt ein Sprecher von Deluxe Holiday Homes.

„Online-Communities wie Reddit helfen Reisenden, echte Tipps von Einheimischen zu finden – etwa wo man günstig essen oder einkaufen kann.

Auch Unterkünfte ein bis zwei Stadtviertel vom Zentrum entfernt zu wählen, spart deutlich. Ganz vermeiden lässt sich der Touristenaufschlag zwar nicht, aber er kann so erheblich reduziert werden.“

Quelle: Deluxe Holiday Homes

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