Als ich frühmorgens aus der Unterkunft trete, liegt Alpbach unter einer dicken, unberührten Schneedecke. Die Holzfassaden der Häuser wirken noch wärmer, fast schützend, eingerahmt von Eiszapfen und Rauch, der aus den Kaminen steigt. Draußen sein im Winter braucht Kleidung, die nicht nur wärmt, sondern Geborgenheit gibt.

Mein erster Weg führt hinaus aus dem Dorf, über verschneite Wiesen und sanfte Hänge. Die Berge ringsum stehen still, als würden sie den Atem anhalten. Jeder Schritt ist langsamer als sonst, bewusster. Der Dumji hält die Kälte fern, ohne dass ich ins Schwitzen gerate – perfekt für diese ruhigen Winterwanderungen, bei denen nicht das Ziel zählt, sondern der Rhythmus des Gehens. Der Schnee schluckt jedes Geräusch, und für einen Moment fühlt sich das Tal an wie eine eigene, abgeschlossene Welt.

Später mache ich mich auf den Weg nach Kramsach. Die Fahrt hinunter ins Inntal öffnet den Blick auf eine andere Winterlandschaft: weiter, offener, mit gefrorenen Seen und schneebedeckten Feldern.
Mein Ziel ist das Tiroler Bauernhöfe Museum, das im Winter eine ganz besondere Atmosphäre hat. Zwischen den historischen Höfen liegt der Schnee hoch, die Dächer sind weiß gepudert, und es riecht nach Holz und Vergangenheit.

Ich schlendere von Haus zu Haus, trete über knarrende Schwellen und stelle mir vor, wie hart und gleichzeitig bodenständig das Leben hier früher gewesen sein muss – besonders im Winter. Dicke Mauern, niedrige Stuben, einfache Möbel. Draußen die Kälte, drinnen das Leben rund um den Ofen.
In diesem Moment wird mir bewusst, wie sehr Kleidung damals überlebenswichtig war. Der Dumji auf meiner Haut fühlt sich plötzlich wie eine moderne Interpretation dieser alten Idee an: Schutz, Wärme, Funktion – ohne Schnickschnack.
Nach dem Museumsbesuch bleibe ich noch eine Weile in Kramsach, trinke einen heißen Tee und schaue hinaus auf die winterliche Landschaft. Die Zeit scheint hier langsamer zu laufen. Kein Drängen, kein Muss. Nur Sein.

Am Nachmittag zieht es mich weiter nach Rattenberg. Die kleinste Stadt Österreichs wirkt im Winter fast märchenhaft. Schnee liegt auf den schmalen Gassen, die bunten Fassaden leuchten gegen den grauen Himmel.
In den Schaufenstern glitzert Glas, reflektiert das kalte Licht.
Ich ziehe den Pullover enger um mich und lasse mich treiben. Rattenberg ist kein Ort, den man „besichtigt“. Man durchstreift ihn, lässt sich von Details fesseln – einer alten Tür, einem beschlagenen Fenster, einem stillen Innenhof.

Zum Abschluss des Tages fahre ich hinauf nach Reith im Alpbachtal. Der Blick von hier oben über das verschneite Inntal ist weit und ruhig. Die Dämmerung senkt sich langsam, der Himmel färbt sich blassrosa, dann grau.
Ein kalter Wind kommt auf, und ich bin froh um die Wärme des Pullovers, der mich schützt, ohne mich von der Landschaft zu isolieren. Ich setze mich auf eine Bank, atme die klare Winterluft ein und lasse den Tag nachklingen.

Zurück im Alpbachtal empfängt mich der Abend mit Licht in den Fenstern und dem Duft von Essen. Drinnen knistert das Feuer, draußen fällt leise neuer Schnee. Der Dumji hängt über der Stuhllehne, bereit für den nächsten Wintertag.

Diese Reise durch Alpbach, Kramsach mit dem Bauernmuseum, Rattenberg und Reith zeigt den Winter von seiner stillen Seite. Keine Eile, kein Spektakel. Nur Landschaft, Geschichte und das Gefühl, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Man nimmt nicht nur Bilder mit nach Hause, sondern eine Ruhe, die noch lange bleibt.
Disclaimer: Der Pullover ist für den Bericht zur Verfügung gestellt worden.
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