TSCHECHIEN: REISE ZU ARCHITEKTUR-JUWELEN

Die tschechische Hauptstadt ist berühmt für ihre historischen Bauten, doch sie präsentiert sich längst auch als Bühne kühner moderner Architektur. Etwa das ikonische Tanzende Haus – ein Glasgebäude von Frank Gehry und Vlado Milunić, das mit geschwungenem Glas der Schwerkraft zu trotzen scheint.

Nur einen Spaziergang weiter stößt man auf ehemalige Gewölbe an den Ufern der Moldau, die heute trendige Cafés und Galerien mit riesigen runden Glastüren beherbergen. Ebenfalls typisch Prag: die Metro.

Ihre Stationen sind nicht nur Verkehrsbauwerk, sondern eine unterirdische Galerie – vor allem die legendären Aluminiumpaneele der Linie A.

Entworfen vom Architekten Jaroslav Otruba in den 1970ern, prägen diese bunten Halbkugel-Fliesen das Bild der Prager U-Bahn so sehr, dass sie heute sogar als Wahrzeichen auf Postern und T-Shirts verewigt werden.

Moderne Architektur prägt auch ganze Viertel: So wandelt sich Karlín vom ehemaligen Industriegebiet zum Kreativzentrum, wo zwischen schicken Neubauten die 25 Meter hohe Frauen-Skulptur namens Lilith die Skyline ziert.

Und im Künstlerviertel Holešovice bringt beispielsweise das Zentrum für zeitgenössische Kunst DOX mit seinem auffälligen Luftschiff auf dem Dach Besucher zum Staunen.

Als markanter Wendepunkt der zeitgenössischen Stadtentwicklung gilt heute das 2023 eröffnete Masaryčka-Gebäude, entworfen von Zaha Hadid – ein dynamisch geschwungener Büro- und Verkehrsknotenpunkt, der als erstes internationales Großprojekt seit dem Tanzenden Haus neue Maßstäbe für moderne Architektur in Prag setzt.

Die mährische Metropole Brno (dt.: Brünn) gilt als Mekka des Funktionalismus. Hier steht mit der Villa Tugendhat eines der bedeutendsten modernen Wohnhäuser der Welt.

Das puristische Bauwerk des Architekten Ludwig Mies van der Rohe aus dem Jahr 1930 besticht durch ein offenes Raumkonzept, eine bernsteinfarbene Onyxwand und technische Raffinessen – und sie ist als einziges modernistisches Gebäude Tschechiens UNESCO-Welterbe.

Doch Brünn beeindruckt nicht nur über der Erde:

Unter dem Hügelpark am Žlutý kopec verbirgt sich ein Wasserreservoir (Foto) aus dem 19. Jahrhundert, das aufgrund seiner gewölbten Backsteinhallen auch als Brünns unterirdische Kathedrale bezeichnet wird.

Sie dient als Kulisse für Lichtinstallationen, Konzerte und Kunst-Events.

Der zweigeschossige Bau des Glasherstellers Lasvit in Nový Bor/Tschechien verbindet traditionelle Glasmacherkunst mit zeitgenössischer Architektur. © Crystal Valley

Auch auf dem Land trifft man in Tschechien auf innovative Architekturprojekte. Ein wahrhaft leuchtendes Beispiel findet sich in Nový Bor in Nordböhmen.

Dort hat der renommierte Glashersteller Lasvit seinen Firmensitz zu einem kleinen Architekturwunder verwandelt. Das Herzstück bildet ein zweigeschossiges Glashaus, dessen Fassade komplett aus transparenten Platten besteht.

Bei Einbruch der Dunkelheit erstrahlt dieses Gebäude wie ein Leuchtturm in der Crystal Valley-Region.

2020 gewann Lasvit für sein Firmenareal den tschechischen Staatspreis für Architektur sowie den international renommierten Dezeen Award als bestes Bürogebäude der Welt.

Strahlkraft mit Nachwirkung: Lasvit lieferte moderne Lichtskulpturen „made in Czechia“ für Opernhäuser von Dubai bis Bangkok und beweist damit, dass Architektur und Design aus Tschechien global mithalten können.

Ein Stahlwerk und ein Gasometer in Ostrava wandeln sich zum Klangkörper und ein Glaspalast leuchtet als zeitgenössisches Manifest jahrhundertealter Handwerkskunst.

Gleich elf Projekte aus dem Land sind für Europas renommierteste Architekturauszeichnung, die EUmies Awards, nominiert.

Wer also denkt, in Tschechien ruhen nur barocke Fassaden in Ehren, wird staunen, wie lebendig und zukunftsgewandt das architektonische Jetzt in unserem Nachbarland pulsiert. www.visitczechia.com

Foto-Nachweis: © www.ticbrno.cz/Viktor Mácha – Boris Renner/Czechia Digital Media Library – Crystal Valley – Prague City Tourism/Marek Musil – Prague City Tourism

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