Doch genau das ist ihr größter Trumpf. Wer wie ich die Entschleunigung sucht, landet früher oder später auf diesem „sympathischen Exoten“ von nicko cruises.
Kürzlich durfte ich acht Tage lang eine Route erleben, die sich wie ein Geschichtsbuch liest: Von Mannheim bis nach Merzig, quer durch das Herz Südwestdeutschlands auf Neckar, Rhein, Mosel und Saar.
Ein schwimmendes Grand Hotel im Kleinformat
Die „Bora“ (Baujahr 2000 in Tangermünde) ist mit ihren 83 Metern Länge und nur 9,5 Metern Breite ein echtes Raumwunder – aber eben im menschlichen Maßstab. An Bord waren wir diesmal nur 80 Passagiere, was für eine wirklich familiäre Stimmung sorgte.

Statt Chrom und Glas dominiert hier klassisch-maritimer Charme: viel Holz, Messing und warme Farben. Mein Highlight? Die Kabinen auf dem Oberdeck mit ihren französischen Balkonen. Es hat fast etwas Meditatives, morgens die bodentiefen Fenster aufzuschieben und die Weinberge der Mosel direkt vom Bett aus an sich vorbeiziehen zu lassen.
Die Route: Von Kurfürsten, Rittern und Römern
Unsere achttägige Reise war eine echte „Reise durch die Zeit“.
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Der Auftakt: Von Mannheim ging es direkt ins romantische Heidelberg. Wer einmal durch die Altstadtgassen zum Schloss hochgeblickt hat, weiß, warum die Romantiker hier ihr Herz verloren haben. Ausflug Heidelberg
- Über Reben schweben: Rüdesheim-Trip
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Durch das Moseltal: Über Koblenz bogen wir in die Mosel ein. In Cochem thront die Reichsburg fast wie eine Filmkulisse über dem Fluss. Cochem-Trip
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Fachwerk & Wein: Bernkastel-Kues ist eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Die schiefen Fachwerkhäuser und der exzellente Riesling machten den Landgang perfekt. Bernkastel-Kues-Landgang
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Römisches Erbe & Saar-Idylle: In Trier, der ältesten Stadt Deutschlands, standen wir ehrfürchtig vor der Porta Nigra, bevor uns die Reise schließlich über die Saar bis nach Merzig führte. Trier-Ausflug
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Naturwunder an der Saar: Saarburg und Saarschleife
Die Seele des Schiffes: Die Crew
Was die Katharina von Bora so besonders macht, ist das Team. Kapitän Jan Stastny steuerte uns mit einer Ruhe durch die Schleusen, die sofort auf die Gäste abfärbte. Dass man sich rundum sorglos fühlen konnte, lag aber an jedem Einzelnen: Von Hotelmanager Sebastian Duma, der im Hintergrund die Fäden zog, über die kompetente Kreuzfahrtleitung durch Sabine Hinz, bis hin zum Zimmerservice.
Und dann war da noch Andreas. Der Pianist aus Stettin ist nicht einfach nur der „Bordmusiker“ – er ist die musikalische Seele des Salons. Wenn er in die Tasten greift, wird schnell klar: Musik ist für ihn Berufung, kein Job.
Fazit: Luxus durch Verzicht
Wer ein Spa-Ressort oder ein Casino sucht, ist auf der „Bora“ falsch. Wer aber Wert auf exzellenten Service, eine hervorragende Küche im Panorama-Restaurant (bei nur einer Tischzeit – ideal zum Kontakte knüpfen!) und die Nähe zur Natur legt, wird dieses Schiff lieben. Dank des extrem geringen Tiefgangs von nur 1,1 Metern gleitet sie auch dort noch sicher dahin, wo andere Schiffe längst umkehren müssen.
Facts Sheet:

Nicko Cruises hat sich über Jahrzehnte hinweg als einer der bedeutendsten Akteure auf dem europäischen Markt für Flusskreuzfahrten etabliert. Mit Sitz in Stuttgart steht das Unternehmen heute unter dem Dach der portugiesischen Mystic-Holding und verfolgt eine klare Philosophie: das „Slow Cruising“. Dabei geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um das bewusste Erleben von Landschaften und Kulturen, kombiniert mit dem Komfort eines schwimmenden Hotels.
Das Herzstück des Angebots bilden die klassischen Flussreisen auf den großen europäischen Wasserwegen wie Donau, Rhein, Mosel und Elbe. Doch der Radius von Nicko Cruises reicht weit über die Grenzen Europas hinaus; so gehören auch Sehnsuchtsziele wie der Nil in Ägypten oder der Mekong in Südostasien zum festen Repertoire.
Ein besonderes Merkmal ist dabei die konsequente Ausrichtung auf den deutschsprachigen Gast. Von der Bordansage über die Menükarten bis hin zu den organisierten Landausflügen ist die Kommunikation nahtlos auf Deutsch gestaltet, was für eine entspannte und vertraute Atmosphäre sorgt.
In den letzten Jahren hat das Unternehmen sein Portfolio erweitert und den Sprung auf die Hochsee gewagt. Mit Schiffen wie der Vasco da Gama besetzt Nicko Cruises eine Nische abseits des Massentourismus der Megaliner. Die Schiffe sind bewusst kleiner dimensioniert, was es ihnen ermöglicht, auch abgelegene Häfen und schmale Buchten anzusteuern, die für große Kreuzfahrtschiffe unzugänglich bleiben.
Disclaimer: Die Reise erfolgte auf Einladung von nicko cruises. Dies hat keinen Einfluss auf die Berichterstattung.





